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Fotografie von Christine und Peter Kamm mit Hund Sir Gordon und Werken von Richard Long und Josef Hoffmann, Wiener Avantgarde, Nachlass Peter und Christine Kamm, Zug, © 2021, ProLitteris, Zürich, Künstler und Ottiger Fotografie Zug

Die Ausstellung «Zeit und Raum» im Kunsthaus Zug läuft vom 29.8.21 bis am 9.1.22 und thematisiert das Verhältnis von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Im Zentrum steht das Wirken des Zuger Ehepaars Christine und Peter Kamm, der Sohn von Fritz und Editha Kamm-Ehrbar. Für ihn als Architekten und für sie als Kunsthistorikerin waren sowohl die Zeit wie auch der Raum wichtiger Bestandteil ihrer Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur. Werke ihrer privaten Sammlung, die mitten in ihrer Wohnung Teil des Lebens war, zeigt das Kunsthaus Zug nun zum ersten Mal der Öffentlichkeit.

01.07.2021

Zuger Heimatschutz freut sich über deutlichen Bundesgerichtsentscheid zum neuen Denkmalschutzgesetz

Fotografie: Zuger Heimatschutz

Weshalb Chalets in der Gartenstadt in Zug stehen und warum das kleine «Bahnhöfli» hinter dem Siemensgebäude so einzigartig ist – all dies haben die zahlreichen Besucherinnen und Besucher an der Führung von Heinz Horat vom 1. Juli 2021 erfahren können. Die Führung des ehemaligen Denkmalpflegers zur Geschichte des Wohnquartiers Gartenstadt und des nahegelegenen Industriegebietes stimmte auf die ordentliche Generalversammlung des Zuger Heimatschutzes ein.

Dabei blickte der Präsident Felix Gysi auf die letzten Monate zurück, insbesondere auch auf das Urteil des Bundesgerichts zum neuen Denkmalschutzgesetz. Der Entscheid fiel erfreulicher aus, als wir erwarten durften. Nicht nur erklärte das Bundesgericht die so genannte 70-Jahre Klausel für unhaltbar und mit dem übergeordneten Recht nicht vereinbar, es bemerkte überdies, das neue Gesetz müsse immer im Lichte des internationalen Denkmalschutzabkommens, des so genannten Granada-Abkommens interpretiert werden. In diesem Zusammenhang gab uns das Bundesgericht eine Art Gebrauchsanweisung. So führte es aus, dass sich bei der Beurteilung eines allfälligen Schutzobjekts zeige, dass faktisch immer zwei der drei für die Unterschutzstellung relevanten Kriterien (wissenschaftlicher, kultureller und heimatkundlicher Wert) erfüllt seien, dass insbesondere der wissenschaftliche Wert praktisch immer zu bejahen sei, dass die mit der Gesetzesrevision erfolgte Erhöhung von einem auf zwei erfüllte Kriterien mithin nicht wirklich etwas ändere. Soweit der kantonale Gesetzgeber den Begriff für die Wertigkeit der Kriterien von «sehr hoch» auf «äusserst hoch» geändert habe, könne auch darin kaum eine massive Verschärfung des Gesetzes gesehen werden. Das Granada-Abkommen seinerseits spreche in der deutschen Übersetzung von ausnehmend, was – so das Bundesgericht sinngemäss – als Synonym zu sehr, aber auch zu äusserst angesehen werden könne.

Im Lichte des Bundesgerichtsentscheids und ausgerichtet auf die künftige Verwaltungs- und Gerichtspraxis hat der Zuger Heimatschutz einen neuen Rechtsfall lanciert, wo wir uns für den Schutz des Objekts Bohlstrasse 31 in Zug einsetzen.

Der Zuger Heimatschutz verlangt auch eine Überprüfung der Entlassung der Schulanlage Städtli 1 in Cham aus dem Schutz. Diese Angelegenheit ist derzeit beim Regierungsrat hängig. In casu geht es um eine Interessenabwägung zwischen dem Schutz der Anlage einerseits und einer mittel- bis langfristigen Schulraumplanung andererseits. Da Cham für eine Erweiterung der Kantonsschule im Ennetsee zwischenzeitlich als Standort ausschied, die Schulraumplanung somit nur noch die kommunalen Bedürfnisse berücksichtigen muss, könnte sich die Sache auch hier zum Positiven wenden. Der Heimatschutz bleibt dran.

Die ordentlichen Traktanden wurden einstimmig verabschiedet und der Vorstand lud im Nachgang zu einem kleinen Corona-konformen Imbiss.

Stefan Kaiser

Mit einiger Genugtuung hat das Referendumskomitee das aktuelle Bundesgerichtsurteil zum neuen Denkmalschutzgesetz des Kantons Zug zur Kenntnis genommen. Das oberste Gericht der Schweiz bestätigt unsere Bedenken gegen das unausgegorene Gesetz, das der Kantonsrat beschlossen hatte und weist den Regierungsrat an, die umstrittene 70-Jahre Regel wieder aus dem Gesetz zu streichen. Die wesentlichen Anliegen des Referendums werden letztinstanzlich geklärt.

Trotz des eindeutigen Volksentscheides hatten sich einige Privatpersonen dazu entschlossen, das neue Denkmalschutzgesetz einer abstrakten Normenkontrolle zu unterziehen, vom Bundegericht beurteilen zu lassen und zu prüfen, ob das Gesetz nicht übergeordnetem Recht widerspricht. Indem die Verbindlichkeit der Granada Konvention für die kantonalen Gesetzgebungen festgelegt wird, stärkt das vorliegende Urteil das Anliegen Denkmalpflege eindeutig. Es gilt nun die formalen Streitigkeiten zu begraben und einen angemessenen Umgang im Vollzug zu finden. Gespannt warten wir, wie der gesetzgebende Kantonsrat auf die neuen Rahmenbedingungen reagiert.

Oliver Guntli, BauForum Zug
Felix Gysi, Zuger Heimatschutz
Andreas Bossard, Archäologischer Verein Zug
Thomas Glauser, Historischer Verein des Kantons Zug

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